Rhein oberhalb Rüdlingen

Nordöstlich von Rüdlingen, unterhalb der Einmündung der Thur, bildet der Rhein eine weite Linkskurve. Die Erosion an der Aussenseite dieses Mäanders, dem so genannten Prallhang, führte in der Vergangenheit zu einem zunehmenden Verlust an Kulturland. Nachdem sogar die Ortschaft Rüdlingen bedroht war, wurde der Fluss im späten 19. Jahrhundert «korrigiert». Das Flussbett wurde weiter nach Osten verlegt und seitlich befestigt. Die Altwasser wurden jedoch belassen und trennen bis heute die Obere und Untere Insle vom «Festland» ab. Die folgenden Luftbild-Panoramen erschliessen die einzigartige Auenlandschaft aus der Vogelperspektive:

Periodische Überflutungen bei Hochwasser sind charakteristisch für Auen und verhinderten die landwirtschaftliche Nutzung. So blieb hier eine wertvolle, naturnahe Landschaft erhalten. Während die Untere Insel unzugänglich ist, kann die Obere Insle auf einem Wanderweg durchquert werden - sofern dieser nicht gerade überflutet ist.

Einen besonderen Reiz haben die Gewässer in der Nacht, wenn sich - abseits vom störenden Fremdlicht grössserer Siedlungen -  darin die Gestirne spiegeln. Am besten kommt dies zur Geltung während der kalten Jahreszeit, wenn die zahlreichen Silberweiden kein Laub tragen und den Blick auf himmlische Naturwunder  freigeben: 

Eine winterliche Schneedecke ist in den tief gelegenen Rheinauen und infolge der wärmenden Wirkung des Flusses selten von langer Dauer. Frisch gefallener Neuschnee verzaubert Bäume, Sträucher, Schilf und Früchte stets nur für wenige Stunden und Tage:

Drohnenpanoramas vom 6. Januar 2017 und Detailausschnitte:

Nach einer klaren Nacht bringt die Wintersonne die weisse Pracht nur allzu schnell zum Verschwinden: