Bearbeitung der Flugpanoramen

Auf dieser Seite erklären wir die wichtigsten Bearbeitungsschritte beim Erstellen der mit der Drohne aufgenommenen Flugpanoramen. Zunächst werden alle Bilder einer Drehung der Drohne in ein separates Verzeichnis (Ordner) abgelegt und überflüssige Bilder entfernt. Diese entstehen durch mehrfach in der gleichen Richtung aufgenommene Bilder. Deshalb fehlen in der nachfolgend gezeigten Bilderfolge die Nummern 730, 737 und 741. Ein besonders kontrastreiches Einzelbild wird anschliessend im RAW-Konverter (Adobe CameraRAW oder Lightroom) optimiert und die Einstellungen anschliessend auf alle Bilder des Verzeichnisses übertragen.

Anschliessend werden die Einzelbilder in Adobe Photoshops zu einem zylindrisch projizierten Panorama gerendert (Datei => Automatisieren => Photomerge...). Das Programm erstellt Panoramen korrekt, obwohl die Kamera rund 15 Grad von der Horizontalen nach unten blickt während sie um die lotrechte Achse gedreht wird. Allerdings hat das Panorama fast immer eine leichte Wellenform, ausser wenn während des Flugs Windstille herrscht. Dies kommt daher, dass sich die Drohne gegen den Wind neigen muss, um ihre Position halten zu können. In diesem Beispiel kam der Wind etwa aus Richtung des Bilds Nr. 726 (Kamera blickt noch tiefer als normal), beziehungsweise er ging ungefähr in die Richtung von Bild 740 (Kamera blickt etwas höher). Zur besseren Sichtbarkeit wurden die fehlenden Randbereiche des Panoramas orange eingefärbt:

Die unerwünschte Wellenform des Panoramas wird anschliessend mit der «adaptiven Weitwinkelkorrektur» von Adobe Photoshop entfernt (Filter => Adaptive Weitwinkelkorrektur...).  Dabei lassen sich an beliebig vielen Stellen die gewünschten Horizontalrichtungen (zum Beispiel der Horizont) oder Vertikalen (einzelne Bäume oder Leitungsmasten) definieren. Das Programm hilft dabei, indem es die Charakteristiken des verwendeten Kameraobjektivs und die Projektionsmethode einbezieht.

Beim dermassen «entzerrten» Panorama fehlt nun links recht viel Himmel, dafür reicht es weiter als sonst nach unten; rechts ist es genau umgekehrt. Allerdings herrschte am Flugtag starke Bise. Geflogen wurde trotz schlechter Verhältnisse, weil die unterschiedlichen Färbungen des Rheins und der sedimentführenden Thur bei Hochasser dokumentiert werden sollten. Normalerweise ist die Wellenform weitaus weniger ausgeprägt.

 

Man könnte das Panorama nun von oben und unten her stark beschneiden, um ein rechteckiges Bild zu erzielen, doch bliebe dann nur ein schmales Band übrig. Weil aber meist ohnehin kein 360 Grad-Panorama angestrebt wird, ist es meist besser, durch geeignete Auswahl von Teilbereichen möglichst grosse nutzbare Bildflächen zu erhalten:

Im oben gezeigten Ausschnitt steht das Zusammenfliessen der beiden Flüsse im Zentrum. Durch den vergleichsweise tiefen Blickwinkel kommt auch die glitzernden Spiegelungen der Sonne auf der Wasseroberfläche rechts unten mit ins Bild. 


Der Ausschnitt unten zeigt in etwa in die Gegenrichtung. Übrigens können kleinere, fehlende Bildpartien am Rand ohne weiteres durch «Fläche füllen... (inhaltsbasiert)» ergänzt werden. Besonders am Himmel oder in monoton strukturierten Flächen wie Äckern, Wiesen oder Wald funktioniert dies sehr gut, so dass etwas weniger beschnitten werden muss als ohne diese Funktion.

Da die unbeschnittenen Original-Panoramen enorme Pixelauflösungen aufweisen (typischerweise 25'000 x 5'000 Pixel oder noch mehr), sind sogar recht kleine Ausschnitte immer noch gut aufgelöst und druckbar. Dies soll der folgende, stark auf die Mündung der Thur in den Rhein beschnittene Ausschnitt zeigen:

Aus den Drohnenpanoramen können also durchaus kleine Teilbereiche genutzt werden. In gewissem Sinn ersparen diese das Zielen der Kamera auf ein bestimmtes Objekt. Ab einer bestimmten Position der Drohne wird einfach «alles» aufgenommen und nachträglich interessante oder wichtige Ausschnitte für «Einzelbilder» bestimmt.